RWTH Aachen FB 2 Architektur

Lehrstuhl für Bildnerische Gestaltung

Publikationen



Virtual Sketching


Wie verändert sich der architektonische Entwurf, wenn man explizit den Körper als Medium der Entwurfsarbeit nutzt? Im vorliegenden Band werden studentische Projekte vorgestellt, die mit Hilfe der Virtuellen Realität (aixCAVE) Dialog- und Gedankenräume sichtbar werden lassen, in denen man sich tatsächlich bewegen kann. Es werden Räume und Objekte beschrieben, positioniert und über die Simulation erfahren; Ziel der Entwurfsaufgabe war es, eine architektonisch-räumliche Umgebung zu schaffen, die im Bewusstsein der Wirkungen einer architektonischen Körpersprache gestaltet ist. Als Maßstab diente das eigene körperliche Empfinden in der Begegnung mit dem Objekt.

Herausgeber:
Lehrstuhl für Bildnerische Gestaltung, Hannah Groninger
Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Thomas H. Schmitz
April 2015, 74 Seiten, Fadenheftung

Notationen in kreativen Prozessen

Schmitz, T.H.: Zur Handwerklichkeit des Denkens beim architektonischen Entwerfen

Artikel in: Czolbe, F.; Magnus, D. (Hg.): Notationen in kreativen Prozessen, Verlag Königshausen & Neumann, Würzburg, 2015

Werkzeug/Denkzeug

Manuelle Intelligenz und Transmedialität kreativer Prozesse

Hand, Hirn und Werkzeug – eine komplexe Interaktion. Dieser aus der Architekturpraxis initiierte Band untersucht aus der Perspektive verschiedener Wissensdisziplinen, inwiefern die manuelle Intelligenz des Menschen kreative Prozesse befördert. Besteht in Zeiten programmierter Umgebungen ein Widerspruch zwischen instrumentellem Handeln und intuitivem Arbeiten? Die Beiträge aus Kunst, Design, Architektur, Kultur- und Kognitionswissenschaft gehen dieser Frage nach und treten in einen interdisziplinären Dialog über die Technik des Entwerfens.

Herausgeber: Thomas H. Schmitz, Hannah Groninger
November 2012, 350 S., kart., 29,80 €
ISBN 978-3-8376-2107-5
Reihe Kultur- und Medientheorie
Werkzeug/Denkzeug im transcript-Verlag

Damaskusexkursion

Mit allen Sinnen – mittendrin

Das Veranstaltungsformat ‚BiG_OnTheRoad‘ hat sich eine Thematisierung der Orte und des Reisens zum Ziel gemacht. Reisen führen uns von dem Gewohnten weg zu neuen Erfahrungen und ‚zu neuen Ufern‘. Die Eindeutigkeit der Situation schafft für die Beteiligten an einer solchen Unternehmung eine kreative Atmosphäre, die alle ‚beflügeln‘ kann. Immer, wenn wir ein solches Seminar starten, reißen wir uns gegenseitig mit. Wir vertiefen uns – in unserer Arbeit – in einen fremden Ort.

Das hat auch einen Nebeneffekt, der uns wichtig ist: Eine von Tag zu Tag sich langsam verfeinernde Sensibilität für die sinnliche Erscheinung und die physische Präsenz der Dinge. Durch die Regelmäßigkeit der Arbeit nehmen wir schon nach wenigen Tagen an dem alltäglichen Treiben mit einer langsam sich entwickelnden Selbstverständlichkeit teil. Und zwar nicht nur als Danebenstehende. Indem wir uns an diese fremden Orte mit der gebotenen Ernsthaftigkeit annähern in der eigenen Arbeit, machen wir sie zu einem Teil von uns selbst: Mit allen Sinnen – mittendrin.

Das Zeichnen, Aquarellieren, Fotografieren, Filmen potenziert die Intensität der Erfahrung und es präzisiert und differenziert die Erinnerungen. Beinahe jede der Skizzen ruft vielfältige Erinnerungen hervor: An Geschehnisse, an Personen, die uns begegneten, an wunderbare Düfte, an den Hall eines Raumes, oder an den Geschmack einer Süßspeise. In unseren Zeichnungen offenbaren wir auch umgekehrt den dortigen Bewohnern unsere Sicht ihrer Lebensumgebung, wir öffnen uns, indem wir sie in unseren Arbeiten spiegeln. Vielleicht ist man uns deswegen fast immer so offen, neugierig und gastfreundlich begegnet? Bereits zum dritten Mal in Folge haben wir in diesem Jahr den Kulturaum des Islam bereist. Wir finden jene Orte besonders spannend, an denen sich Spuren verschiedener Religionen und Kulturen seit Jahrhunderten überlagern und gegenseitig geprägt haben. Reisen nach Istanbul (2008) und Marrakesch mit Essaouira (2009) boten uns ganz unterschiedliche Einblicke in die vielfältige und faszinierende Formen- und Farbenwelt der islamischen Welt. Durch eine aufmerksame Beobachtung der Menschen, ihrer Bauwerke, der unendlich reichen Ornamentik, der Landschaft, aber beispielsweise auch der herrlich nuancenreichen Küche nähern wir uns schrittweise einer Kultur, über die wir in der Tagespresse oft Beängstigendes und dumpf Gewalttätiges hören – die sich aber vor Ort als feingeistig und außerordentlich vielfältig und lebendig erweist.

Grafik: Matthas Loth und Leonard Wertgen
Buchbindung: Kurt Schnürpel, Aachen
Papier: Römerturm 120 g.
80 Seiten, bunt, Fadenheftung

Die Publikation ist bei uns im Lehrstuhl für den Preis von 8 Euro zu erwerben.

Formprozess

Vom Material zur Fläche in den Raum

Die gegenwärtigen Möglichkeiten immer komplexer werdende Strukturen zu schaffen machen physische Modelle nicht etwa ersetzbar sondern immer wichtiger, denn oft entstehen gerade an den Schnittstellen analoger und digitaler Techniken neue Ideen. Nach wie vor sind Skizzen die schnellste Möglichkeit Ideen zu Papier zu bringen und Papier ist ein idealer Werkstoff diese in den Raum zu übertragen. In dem Seminar wollen wir mit dem Werkstoff Papier Form generierende Prozesse untersuchen und erzeugen. In kleinen Übungen werden wir Gebilde schaffen, die das geometrische Verständnis und die räumliche Vorstellungskraft schärfen. Experimentelle und intuitive Arbeitsweisen werden dabei ergänzt durch mathematische und digitale Vorgehensweisen um sicherer und urteilsfähiger auf dem Gebiet der räumlichen Gestaltung zu werden. Im Verlauf des Kurses besteht außerdem die Möglichkeit mit dem FabLab der Media Computing Group der RWTH zu kooperieren. Die wöchentlichen Resultate stehen als Objekte für sich, weisen jedoch nicht ohne Grund Erkenntnisse und Analogien zu Topografie, Stadt-, Organisations- oder Konstruktionsstrukturen auf, die durch eine fotografische Dokumentation sichtbar und vergleichbar gemacht werden.

Grafik: Matthas Loth und Leonard Wertgen
Buchbindung: Kurt Schnürpel, Aachen
Papier: Römerturm 120 g.
40 Seiten, bunt, getackert

Die Publikation ist bei uns im Lehrstuhl für den Preis von 5 Euro zu erwerben.

Körperwissen

Vom Inneren zum Äußeren

Das von den Lehrstühlen Bildnerische Gestaltung & Kunstgeschichte & Tragwerklehre initiierte Seminar versucht sich aus unterschiedlichen Perspektiven den Analogien zwischen Architektur des menschlichen Körpers und Architektur als menschlicher Körper zu nähern. Anatomische Modelle wurden bereits frühzeitig in den akademischen Lehrbetrieb von Kunstakademien aber auch Architekturfakultäten integriert, weil an ihnen die Themen Raum, Körper und Bewegung bestens exemplifiziert werden konnten. Dafür wurden anatomische Lehrsammlungen angelegt, die vom Skelett, über den Muskelmann bis hin zur Skulptur reichten, um den Aufbau des Körpers von Innen nach Außen und in seinem Verhältnis von Dynamik und Statik nachzeichnen zu können. So vermittelte sich bereits in der frühen Neuzeit das Wissen über Anatomie und Architektur über Körperbilder, indem Vergleiche zwischen Ruine, Bau und Ornament sowie Skelett, Körper und Haut hergestellt wurden. Was lässt sich also aus der Statik des Knochens und der Konstruktion des Skelettes für die Architektur ableiten? Wie funktioniert die Hand? Warum ist der kleine Zeh wichtig für die Standfestigkeit? Wie verhält sich die Mechanik von Körpern unter Krafteinwirkung? Wie verhält es sich mit dem Körperwissen als Kulturgeschichte? Diesem skizzierten Fragenkatalog stellen wir zahlreiche praktische Übungen und Aufgabenstellungen zur Seite. Als Anschauungsmaterial dienen Gemälde, Modelle, Skulpturen und Lehrbüchern, die wir an verschiedenen Orten nutzen können: Klinikum Skillslab (moderne anatomische Modelle), Lehrstuhl für Plastik (Muskelmann; Arm- und Beinfragmente), Medizingeschichtliche Sammlung Düsseldorf, Rechenzentrum (virtuelle Anatomie) RWTH (Reiff-Museum). Darüber hinaus wird uns ein Gastredner Einblicke in die praktische Anatomie gewähren.

Grafik: Leonard Wertgen
Buchbindung: Kurt Schnürpel, Aachen
Papier: Römerturm 120 g.
Modellfotos: Wolfgang von Gliszczynski

Die Publikation ist bei uns im Lehrstuhl für den Preis von 5 Euro zu erwerben.